12.10.2026
Die schwarz-rote Koalition hat ihre geplante Einkommensteuerreform in den Bundestag eingebracht. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) verteidigte das Vorhaben in der Haushaltsdebatte als ausgewogenen Kompromiss, der insbesondere Familien sowie Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen entlasten solle.
Aus der Opposition kam dagegen Kritik. Die AfD bemängelte, die vorgesehenen Entlastungen reichten nicht einmal aus, um die Auswirkungen der kalten Progression vollständig auszugleichen. Die Grünen warfen der Koalition vor, sich mit kleineren Korrekturen statt einer grundlegenden Steuerreform zu begnügen. Auch die Linke hält die Pläne für unzureichend und fordert stärkere Entlastungen für Menschen mit niedrigen Einkommen.
Nach Darstellung der SPD soll die Reform die Kaufkraft stärken und damit die Binnenkonjunktur ankurbeln. Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, verwies darauf, dass eine Familie mit zwei Kindern durch die geplanten Maßnahmen jährlich rund 600 Euro zusätzlich zur Verfügung haben könne. Größere Entlastungen seien angesichts der angespannten Haushaltslage derzeit jedoch nicht finanzierbar.
Von der Reform profitieren sollen nach den Plänen der Bundesregierung vor allem Familien sowie Steuerzahler mit niedrigen und mittleren Einkommen. Bei höheren Einkommen könnten steigende Sozialabgaben die steuerlichen Entlastungen teilweise oder vollständig aufzehren.
Deutscher Bundestag, PM vom 09.10.2026